Digitale Medienbildung – Ausbildung zum Digitalpädagogen

Die Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen sind geprägt von Entwicklungen durch und mit digitalen Medien. Diese gehören im Alltag ganz selbstverständlich dazu. Neben den immer wieder diskutierten Risiken bieten sie aber auch viele neue Möglichkeiten und Potenziale.

Digitale Medien als Kind und Jugendlicher für sich gewinnbringend einzusetzen, setzt „Medienbildung“ voraus. Diese findet jedoch nur sehr bedingt in Schule und Ausbildung statt, d. h. muss deshalb durch Unterstützung von Eltern und Familie entwickelt werden. Nicht bei allen Kindern und Jugendlichen – insbesondere bei benachteiligten Kindern und Jugendlichen und Familien mit multiplen Problemlagen – kann dies adäquat im Alltag sichergestellt werden. Hier muss der Sozialträger die Aufgabe übernehmen, um den Kindern und Jugendlichen die Teilhabe an den Chancen in der Gesellschaft sicherzustellen.

Digitale Medien in der Pädagogik sind im Studium nicht verpflichtend, auch wenn die Hochschulen in den letzten Jahren vermehrt Anstrengungen unternehmen, dieses Feld in ihren pädagogischen Studiengängen mit abzudecken. Dabei sind die Themen natürlich nicht spezifisch auf die Erziehungshilfe ausgerichtet, weshalb in der Praxis ganz neue Anforderungen und Problemstellungen auf die Fachkräfte zukommen.

Wie sieht die Ausbildung zum Digitalpädagogen aus?

Aus diesem Grund wurde von stadtgrenzenlos die Ausbildung zum Digitalpädagogen entwickelt. Die Zusatzqualifikation für Fachkräfte beinhaltet 8 Module, die über einen längeren Zeitraum durchlaufen werden. Am Ende steht eine Hausarbeit und eine Prüfung. E-Learning-Formate zu Social Media, Internet und Digitale Spiele ergänzen die Qualifikation.

Drei Stufen führen zum zertifizierten Digitalpädagogen. Jede Stufe für sich beinhaltet eine Teilnahme-Bescheinigung

Die Basisqualifizierung Medienkompetenz findet bereits seit 2017 statt. Neben neuen Kursen im Jahr 2019 gibt es alternativ auch E-Learning-Angebote.

Da die Ausbildung über einen längeren Zeitraum geplant ist, war es notwendig, einige Fachkräfte vorab in einem Fünf-Tage-Crash-Kurs auf ihre Arbeit in den neuen Hilfeangeboten mit dem Schwerpunkt Medienarbeit vorzubereiten.

Welche Themen waren Inhalt im Crash-Kurs Medienbildung?

Im Crash-Kurs erhielten die Fachkräfte über 5 Tage Informationen, Theorien der Medienpädagogik, Medienbildung, Medienkompetenz, von der historischen Entwicklung über das Verhältnis in der Gesellschaft bis hin zur Mediendidaktik. Weitere Themen waren „Mediensucht“ inkl. aktueller Diskussion und Forschung sowie Diagnostik und Maßnahmen, Medienwirkungsforschung, Entwicklungspsychologie und Sozialisation bis hin zum gesetzlichen Kinder- und Jugendmedienschutz.

Tägliche Fallbeispiele und Praxisübungen an Beispielen aus dem Alltag waren wichtige Elemente der Ausbildung.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist die Elternarbeit. Den Fachkräften war es deshalb sehr wichtig, neben dem Kennenlernen von Methoden auch die Elternarbeit anhand von Fallbeispielen zu diskutieren.

Der Crash-Kurs konnte aufgrund des engeren Zeitrahmens nicht die Ausbildung zum Digitalpädagogen ersetzen, aber behandelte bereits wichtige für den Alltag relevante Themen und digital-pädagogische Methodik der neuen Hilfeformen. Damit wird sichergestellt, dass in den neuen Gruppen neben der Diagnostik auch Maßnahmen aufgesetzt und Methoden zur Begleitung der Kinder und Jugendlichen eingesetzt werden.

Ausblick

Parallel zu ihren neuen Aufgaben der Medienarbeit in den neuen Hilfeangeboten werden die Fachkräfte deshalb noch Vertiefungs- und Refreshkurse erhalten, um die Zusatzqualifikation zum Digitalpädagogen zu absolvieren. In diesem Prozess sollen erste Alltagserfahrungen in die Kurse als auch neue Methoden und Übungen aus den Vertiefungskursen in den Alltag transportiert und weiterentwickelt werden.