Coding und Making – Arbeiten mit Jugendlichen zum Thema Digitalisierung und Technik


Autor: Stadtgrenzenlos Redaktion

Coding und Making – Arbeiten mit Jugendlichen zum Thema Digitalisierung und Technik

Wie Jugendliche des Jugendzentrums Medinghoven über Coding und Making digitale Funktionsweisen kennenlernen

Fast jede/r Jugendliche besitzt heutzutage ein Smartphone. (vgl. JIM-Studie 2017, mpfs) Die Geräte übernehmen viele Funktionen im digitalen Alltag von Kindern und Jugendlichen. Doch wie so ein Mini-Computer in der Hosentasche funktioniert, ist für viele schwierig nachzuvollziehen.

Hier setzen Praxismethoden aus dem Bereich des Coding und der Maker-Bewegung an. Ziel

ist es, Grundlagen zu einer Selbstermächtigung gegenüber digitaler Technologien zu schaffen, das Verständnis für Funktionsweisen von Algorithmen und Codezeilen zu ermöglichen und diese haptisch erfahrbar zu machen.

Wie die Jugendlichen im Jugendzentrum digitale Technik verstehen und erleben

Im Rahmen des Osterferienprogramms von Stadtgrenzenlos wurden einige dieser Praxismethoden als Programm im Jugendzentrum Medinghoven durchgeführt. Das Angebot reichte von der Programmierung der Kleinstplatine Calliope mini über eine Drohnensteuerung bis hin zum Bauen eines einfachen Bürstenroboters.

Minicomputer und Coding

Kleinstplatinen sind Computer, die auf einer meist faustgroßen Platine funktionieren. Reduziert auf die wichtigsten Funktionen können sie mit Hilfe von visueller Blockprogrammierung gesteuert werden. Die Jugendlichen lernen hierbei die ersten Grundlagen der Programmierung kennen. Wie funktioniert die Eingabe in das Gerät? Welche Schritte passieren, wenn ein Knopf gedrückt wird und welcher Programmcode wurde hierfür erstellt? Solche Fragen lassen sich mit der visuellen Programmierung gut nachvollziehen. Auch die Jugendlichen des Jugendzentrums konnten die gestellten Aufgaben sehr gut lösen und waren mit Begeisterung dabei.

Drohnenflug im Jugendzentrum

Im zweiten Programmangebot konnten die Jugendlichen via Tablets Drohnen steuern. Über eine visuelle Block-Programmierung, ähnlich zur Programmierung der Calliope mini Kleinstplatinen, sollten als Zielsetzung die Drohnen einen bestimmten Flugweg absolvieren. Die Jugendlichen testeten die Funktionen und nach etwas Übung hob die erste Drohne auch bald ab und erledigte den geforderten Flugweg fehlerlos. Dabei galt es auch technische Hürden zu überwinden, da beide Drohnen mittels Bluetooth mit den Tablets verbunden waren. Die Kopplung der Drohnen zum Tablet funktionierte nicht ganz reibungslos. Nichtsdestotrotz konnte der Drohnenflug aber von allen gemeistert werden und zeigte, wie die komplexe Steuerung der Drohnen mithilfe der Block-Programmierung kontrolliert werden kann.

Durch Kleben und Löten zum Bürstenroboter

Ein Programmcode funktioniert durch die Zusammensetzungen von 1 und 0, was übertragen eine andere Schreibweise für An oder Aus ist. Wenn man dieses An oder Aus in die physische Welt überträgt, so gelangt man im ersten Schritt zu einem einfachen Stromkreis mit einem Schalter, der den Stromkreis schließt. Zu diesem Erlebnis, einen Stromkreis selbst zu erstellen und einen Schalter zu integrieren, ermöglicht der Bau von Bürstenrobotern. Einfache Spülbürsten, eine Batteriehalterung und ein Elektromotor gehören zu den Hauptbestandteilen der Bürstenroboter.

Die Jugendlichen mussten diese Teile nicht nur einfach zusammenstecken, sondern einen Schalter dazwischen bauen. Hierfür mussten Kabel abisoliert werden. Damit sowohl der Motor, als auch die Batteriehalterung fest auf der Bürste sitzen, wurden sie mittels Heißkleber fixiert. Durch die Rotation, die bei der Bewegung der Bürstenroboter entsteht, können sich die Kabel von Motor und Schalter leicht lösen. Deswegen wurden diese mit einem Lötkolben ebenfalls fixiert, so dass der Bürstenroboter sicher und bis zum nächsten Umlegen des Schalters funktioniert. Einige Besucher des Jugendzentrums hatten schon eigene Erfahrungen mit dem Löten in der Schule gemacht, für andere war diese Erfahrung vollkommen neu. Für alle war auf jeden Fall die Übertragung von einem kleinen Bürstenroboter, über die Steuerung einer Drohne und der Programmierung eines Minicomputers hin zu ihrem Smartphone in der Tasche neu und löste spannende Diskussionen aus.

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