Die stadtgrenzenlos gGmbh ist ein gemeinnütziges diakonisches Unternehmen im Verbund der Julius Axenfeld-Stiftung, Bonn, das sich dem Zukunftsthema soziale Dienste und digitale Technologien widmet. 

Digitale Technologien revolutionieren unsere Gesellschaft in epochaler Dimension

Auch vor den sozialen Diensten macht die Digitalisierung der Lebenswelten nicht halt. Es macht in keiner Weise Sinn, die Augen vor dieser kulturhistorischen Entwicklung zu verschließen – daher suchen wir einen pro-aktiven, konstruktiv-kritischen Zugang


Drei Fragen scheinen uns in diesem Zusammenhang prioritär zu sein.

  1. Welche Chancen auf Partizipation, gesellschaftliche Teilhabe marginalisierter Menschen bringen digitalisierte Hilfemöglichkeiten mit sich?
  2. Welche Risiken und Gefahren birgt das Digitale für die Hilfeadressaten?
  3. Wie verändert sich das Humanum Helfen? D.h. z.B. wie verändert sich die herkömmliche Diakonie, was bedeutet dies für christliche Hilfemotivation insgesamt, wo gibt es historische Anknüpfungspunkte, z.B. reformatorische Parallelen (Partizipation in ähnlicher Weise wie dies die Übersetzung der Bibel und der Buchdruck taten).

Aus alledem ergeben sich Herausforderungen für uns als Träger:

  1. Digitalisierung berührt alle Ebene eines Trägers – daher müssen alle Ebnen berücksichtigt werden. Berührte das Thema Digitales bislang vorwiegend Verwaltung Buchhaltung, usw. so ist nunmehr z.B. die IT ist nicht mehr nur Bereitsteller, sondern wird zum unmittelbaren Hilfeakteur; Personalgewinnung und Personalförderung ist ohne proaktive digitale Herangehensweise nicht mehr möglich; aber auch Führungsinstrumente und Führung ist neu zu bedenken;
  2. Es geht nicht nur um veränderte Lebenswelten der Hilfeadressaten, sondern auch um eine veränderte Wettbewerbswelt der sozialen Träger. Es entstehen neue Anbieter mit neuen Dienstleistungen; räumliche Zuständigkeiten verlagern sich in digitale Räume (Sozialraumorientierung; örtliche Zuständigkeit)
  3. In den einzelnen Hilfefeldern stellt sich das Thema jeweils unterschiedlich dar – hier gilt es hilfespezifische Adaptionen vorzunehmen – in der Erziehungshilfe z.B. ist bei den Fachkräften anzusetzen; in den Kitas bei den Eltern und Fachkräften usw.
  4. Die Thematik ist auch auf einer ethischen Ebene zu erschließen

Was haben wir bislang konkret getan bzw. bearbeiten wir aktuell?

  1. (Flüchtlings-) Krise als Chance genutzt und stadtgrenzenlos.de gegründet
  2. Teilnahme an spezifischen Foren und Tagungen wie z.B. DJHT 2017
  3. Schaffung neuer Kooperationen und Allianzen mit anderen Organisationen und der Wissenschaft
  4. Gustav 2.0 geschaffen
  5. Arbeit an E-Learning -Formaten
  6. Arbeit an alternativem Messengerdienst
  7. Digitalthematik breit in die verbundeigene Erziehungshilfeeinrichtung kommuniziert und entsprechende Strukturen geschaffen ( AG Digitalisierung, Medienbeauftragte)
  8. Arbeit an spezifischer Weiterbildung (Digitalpädagoge)
  9. Ausarbeitung des Blended Help-Programms
  10. Gründung einer eigenständigen gGmbH mit festangestellten Mitarbeitenden

Stand Juli 2017