Autor: Klaus Brouwers

Fachforum „Digitales Update in der Kinder- und Jugendhilfe“ auf dem 16. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag

Expertenrunde mit Prof. Dr. Nadia Kutscher zum Thema „Digitales Update in der Kinder- und Jugendhilfe“ auf dem 16. Deutschen Kinder- und Jugendhilfetag (DJHT) am 30.03.2017 in Düsseldorf

„Chancen der Digitalisierung – Lösungen für die Jugendhilfepraxis.“ Dazu diskutierte vor rund 50 Besuchern eine Expertenrunde auf dem Fachforum der Evangelische Jugendhilfe Godesheim (EJG) am 30. März auf dem DJHT in Düsseldorf. Auf dem Podium saßen Prof. Dr. Nadia Kutscher, der Leiter der Fachstelle Jugendmedienkultur NRW, Torben Kohring, sowie Jan Graf und Yasemin Mentes vom Projekt Stadtgrenzenlos und Martina Sussenburger vom Projekt PowerUp.

Sowohl Torben Kohring als auch Prof. Dr. Nadia Kutscher betonten die Bedeutung der digitalen Transformation. Sie verwiesen darauf, dass neue digitale Wege in der Kinder- und Jugendhilfe gesucht werden, Erfahrungen gemacht werden müssen und dabei die Verknüpfung zur realen Welt nicht vergessen werden darf. „ Träger der Jugendhilfe müssen sich Strategien überlegen, in Projekten lernen und auch darstellen, was nicht funktioniert,“ plädierte Torben Kohring. Prof. Dr. Nadia Kutscher sagte: „ Es reicht nicht, bei digitalen Formen die traditionellen analogen Wege zu kopieren, sondern eigenständige neue Formen zu entwickeln. Ein sehr gelungenes Beispiel ist das Projekt Stadtgrenzenlos.“ Ihrer Meinung nach erarbeiten sich Jugendliche Räume – digital wie analog – anders. Deshalb werden viele digitale Angebote auch nicht angenommen. Stadtgrenzenlos macht es anders: So suchen sich dort zum Beispiel im Projekt „WeReport“ junge Geflüchtete selbst Wege, Deutschland kennen zu lernen.

Jan Graf und Yasemin Mentes stellten das Projekt Stadtgrenzenlos vor. Auf www.stadtgrenzenlos.de wer- den Lösungen für die Jugendhilfepraxis gezeigt, wobei dabei der Schwerpunkt auf die in digitaler Hinsicht bislang häufig vernachlässigten Hilfen zur Erziehung liegt. Den Stellenwert des Themas und des Projektes Stadtgrenzenlos innerhalb der Evangelischen Axenfeld Gesellschaft lässt sich daran ablesen, dass jetzt ein eigener Träger (Stadtgrenzenlos gGmbH) gegründet wird.

Die Fachstelle Jugendmedienkultur NRW hat die Evangelische Jugendhilfe Godesheim gGmbH von Beginn an auf dem Weg der digitalen Partizipation begleitet . „ Ein Fokus bei dem medienpädagogischen Prozess ist es, nicht nur die Jugendlichen, sondern auch die Fachkräfte und Eltern zu schulen,“ erklärt Torben Kohring von der Fachstelle.

„Was empfehlen die Experten für die Praxis in der Kinder- und Jugendhilfe?“, fragte die Moderation Anke Bruns in die Podiumsrunde.
Einhellige Meinung war: Es braucht eine informierte Auseinandersetzung mit den digitalen Medien. Daraus kann sich dann eine eigene fachlich fundierte Haltung entwickeln. Frau Prof. Dr. Nadia Kutscher appellierte an das Fachpublikum: „ Machen Sie sich auf die Spurensuche. Wo gibt es digitale Berührungspunkte in Ih- ren Einrichtungen? Wo gibt es Berührungspunkte bei den Jugendlichen?

Die Podiumsdiskussion als Videomitschnitt:

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Klaus Brouwers
Klaus Brouwers

begleitet als Redakteur der Agentur kippconcept das Portal Stadtgrenzenlos. Er berichtet für Fachkräfte der sozialen Arbeit über digitale Projekte und Partizipationsprozesse in der Kinder- und Jugendhilfe des Godesheims.

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