Das Making of – Die WeReporter drehen einen Film


Autor: Klaus Brouwers

Ein Film entsteht. Das Filmscript ist gezeichnet, die Reihenfolge der Szenen steht, die Rollen sind verteilt. Soweit so normal. Jetzt sollen die ersten Szenen gedreht werden.

Ich bin zu Besuch bei den WeReportern im Gustav 2.0. Das Team der WeReporter trifft sich einmal wöchentlich zur Redaktionskonferenz. Normalerweise schreiben sie über Dinge, die ihnen in Bonn wichtig erscheinen, führen Interviews und unterstützen sich und andere beim Einleben in Deutschland. Seit einigen Wochen treffen sie sich zu einem neuen digitalen Projekt: Einem Film über ihre Erfahrungen mit dem Job Center. Das Team ist nahezu vollständig da. Alle sind minderjährige unbegleitete Geflüchtete. Sie leben verschieden lange in Bonn und stammen aus unterschiedlichen Ländern. Was sie vereint, ist der Wunsch hier Fuß zu fassen, zu leben … und jetzt einen Film über ihre Erfahrungen mit dem Job Center zu drehen.

Am Set.

Eine kurze Vorbesprechung. Wer übernimmt was? Kamera, Ton, Licht? Dann geht es zum Set. Ein Foyer mit normalem Kundenbesuch. Es muss improvisiert werden. Die erste Szene wird abgestimmt, das Licht und der Ton gesetzt, die Kamera sucht die beste Einstellung. Klappe Szene 1, Take 1. Einer der Akteure „spielt“ sich aus dem Bild. Alles auf Start. Szene 1, Take 2. … Anderthalb Stunden später sind sechs Szenen in unterschiedlich vielen Takes im „Kasten“. Am Ende wird das Ergebnis des heutigen Drehs vielleicht 15 Sekunden im fertigen Film ausmachen.

Alle WeReporter sind sichtlich mit viel Spaß bei der Arbeit, auch wenn mit der Zeit die Konzentration nachlässt. Der eine oder andere muss früher weg. Es ist nicht ganz einfach, alle zusammenzuhalten. Jan Graf und Yasemin Mentes von Stadtgrenzenlos lenken und leiten das Projekt. „WeReport baut auf den Stärken der jungen Menschen auch im Umgang mit digitalen Medien auf. Die Medienarbeit eröffnet dabei verschiedene Potenziale. Sprachliche Barrieren werden bei der Erstellung von Video-, Foto- oder Radiobeiträgen relativ leicht überbrückt.  Gleichzeitig eröffnet die Arbeit den Akteuren einen Raum, in dem sie sich in einer aktiven Rolle erleben und ihre Situation aus einer neuen Perspektive betrachten können“, beschreiben die beiden die grundlegende Arbeit in der Redaktion. Die kommenden Wochen wird das Team der WeReporter weiter intensiv am Film arbeiten.

Was wird für den Film technisch gebraucht?

• Ton: Richtmikrofon, Aufnahmegerät

• Bild: Kamera, 2 Stative (groß, klein)

• Licht: normale Studioleuchte, möglichst gute Allgemeinbeleuchtung am Set

Welche Kompetenzen brauchen die Akteure?

• Fachkompetenz: Drehbuch erstellen, Szenen mit Locations und Ausstattung suchen und planen, Texte lernen, Ton und Licht setzen

• Sozialkompetenz: Bereitschaft zur Teamarbeit, Konzentration und Durchhaltevermögen, Selbstbewusstsein, Einfühlungsvermögen (sich in andere Personen und Situationen einfühlen)

• Medienkompetenz: Kamera, Ton und Licht bedienen, Videomaterial nachbearbeiten und schneiden

Was ist WeReport?

WeReport ist der Name der Jugendredaktion von Stadtgrenzenlos. Die Themenpalette des Teams ist breit gefächert. In Form von Artikeln, Interviews und Videobeiträgen berichten die Reporter über aktuelle Themen und Trends aus ihrer Stadt, geben Einblick in ihren Alltag und helfen bei der Orientierung im Netz. Damit ist WeReport beides: Sprachrohr und Mittel zur aktiven Teilhabe an der digitalisierten Gesellschaft. Verlinkung zur Seite WeReporter


Informationen zum Verfassser
Klaus Brouwers
Klaus Brouwers

begleitet als Redakteur der Agentur kippconcept das Portal Stadtgrenzenlos. Er berichtet für Fachkräfte der sozialen Arbeit über digitale Projekte und Partizipationsprozesse in der Kinder- und Jugendhilfe des Godesheims.


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